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Wein Wolf

 Weinkellerei, Sektkellerei seit 1890

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Braucht der Wein einen Korken?

 

Vorweggesagt: Ich persönlich lehne einen Kronkorken- oder Schraubverschluß für den Wein ab. Die Meinungen über die alternativen Verschluss gehen in diesem Punkt auseinander. Meine Meinung ist: Zu einem guten Wein gehört ein guter Korken. An dem Korken zu sparen finde ich falsch. In unserem Haus wird ein Wein mit Korkgeschmack sofort umgetauscht.

 

Nichts ist unangenehmer, als sich auf einen guten Wein zu freuen und dann festzustellen, dass der edle Tropfen einen Korkgeschmack hat.

 

Der Korkgeschmack entsteht durch Mikroorganismen, die in der Korkrinde sitzen (z. T. schon am Baum oder bei der Lagerung hineingeraten), und die dann mit Chlorverbindungen, die beim Waschen und Bleichen in den Korken gelangen, reagieren. Das Endprodukt, das sogenannte Trichloranisol, verursacht dann u.a. den Korkton im Wein. Ob ein Korken den Wein verderben kann, sieht man ihm leider äußerlich nicht an, sodass es auch heute noch bei ca. 1 bis 3 % aller Weine zum berüchtigten Korkton kommt. Andere Qualitätsmerkmale des Korkens sind allerdings deutlich bei näherer Betrachtung zu sehen: Ein guter Korken hat möglichst wenig Poren, ist elastisch und hat eine glatte Oberfläche (siehe Abb.).

    Korken

     

    Gute, teure Weine werden auch mit hochwertigen, langen Korken verschlossen. Ein Durchschnittskorken hat eine Länge von 39 mm, bei Spitzenweinen ist er bis zu 6o mm lang. Entscheidend ist aber nicht die Länge des Korkens, sondern ob er die Flasche dicht hält. Die Qualitätsunterschiede bei Korken haben ihren Preis, so gibt es Billigkorken schon ab 15 Cent und Spitzenqualität zum Stückpreis von 1 Euro.

    Bei preiswerten Weinen, wie sie z. B. im Supermarkt angeboten werden, muß der Abfüller oft mit jeden Pfennig rechnen, sodass hier natürlich häufig die billigsten Korken verwendet werden. Bei teureren Weinen kann man im allgemeinen davon ausgehen, daß relativ hochwertige Korken verwendet wurden und kein zerbröselnder oder zu locker sitzender Korken den Weingenuss trübt. In der Schweiz hat man sich jahrelang mit dem Thema Korken auseinandergesetzt und inzwischen einen Großteil der Weinabfüllung auf Schraubverschlüsse umgestellt.

    Nach anfänglicher Skepsis der Bevölkerung werden heute selbst Spitzenweine in edlen Restaurants weitgehend mit Schraubverschluß angeboten. Die beste Garantie für einen Wein ohne Korkton. Allerdings greift man bei Weinen, die viel ,,atmen" müssen (z.B. einem Bordeaux), auch heute noch auf Korkverschlüsse zurück, denn nur das Naturmaterial Kork ist in der Lage, einen Gasaustausch zwischen Wein und Außenluft zu ermöglichen. In Deutschland ist man der Ansicht, dass der Verbraucher auf gar keinen Fall auf das liebgewonnene ,,Plopp" beim Öffnen einer Flasche verzichten will.

    Noch ein paar Worte zum Korkenzieher: Achten Sie darauf, dass er eine richtige Spirale formt, deren innere Windung groß genug ist, um ein Streichholz hindurch zu stecken.